14. März 2026 · Massage

Schwangerschaftsmassage: Ab wann, worauf achten und was sie bewirkt

Lesezeit: 5 Min.

«In der Schwangerschaft sollte man keine Massagen machen», dieses Vorurteil hält sich hartnäckig, ist aber in dieser Pauschalform falsch. Eine fachgerecht durchgeführte Schwangerschaftsmassage ist in allen Trimestern möglich und bringt bei vielen Schwangerschaftsbeschwerden spürbare Erleichterung. Was du wissen musst, damit die Behandlung sicher und wohltuend ist.

Warum der Mythos «keine Massage in der Schwangerschaft» falsch ist

Die pauschale Warnung stammt teilweise aus einer Zeit, in der Schwangerschaftsmassagen weniger standardisiert waren und wenig zwischen Wellness- und Fachmassage unterschieden wurde. Die vorliegenden Untersuchungen zu Schwangerschaftsmassage ab dem zweiten Trimester berichten keine erhöhten Komplikationsraten und beschreiben Effekte auf Rückenschmerzen und Wohlbefinden. Eine allgemeine Sicherheitszusage lässt sich daraus nicht ableiten – entscheidend ist, dass keine Kontraindikationen vorliegen.

Was Schwangerschaftsmassage leisten kann

Körperlich: – Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden lindern (sehr häufig im 2. und 3. Trimester) – Schwere Beine und Wassereinlagerungen reduzieren – Verspannungen in Nacken, Schultern und unterem Rücken lösen – Durchblutung und Lymphfluss verbessern – Entspannung vor dem Schlaf unterstützen

Emotional und hormonell: – Stress und Anspannung reduzieren – Wohlbefinden und Körpergefühl stärken – Körperwahrnehmung stärken, wichtig in einer Phase starker körperlicher Veränderungen

Trimester-Guide

1. Trimester (1. bis 12. Schwangerschaftswoche)

Möglich, aber mit Zurückhaltung. Das Fehlgeburtsrisiko ist in den ersten 12 Wochen am höchsten, weshalb viele Praxen vorsichtig sind. Ob eine sanfte Massage das Risiko beeinflusst, ist für diesen Zeitraum nicht untersucht: Die vorliegenden Studien schlossen Frauen erst ab etwa der 12. Schwangerschaftswoche ein. Viele Praxen beginnen deshalb erst danach.

Bei Risikoschwangerschaft oder vorausgegangenen Fehlgeburten: Vor Behandlungsbeginn Rücksprache mit der Frauenärztin.

2. Trimester (13. bis 27. Schwangerschaftswoche)

Optimaler Zeitraum. Viele Beschwerden der Frühschwangerschaft (Übelkeit, Erschöpfung) lassen nach, gleichzeitig beginnen Rücken- und Muskulaturbeschwerden durch das wachsende Kindsgewicht. Massagen in dieser Phase werden meist als besonders wohltuend empfunden.

3. Trimester (28. SSW bis Geburt)

Sehr empfohlen, hier bringt Massage oft die deutlichste Erleichterung. Besondere Aspekte:

  • Seitenlagerung: Ab etwa der 20. SSW nicht mehr flach auf dem Rücken liegen (Vena-cava-Syndrom)
  • Keine wehenfördernden Akupressurpunkte: Bestimmte Punkte (SP6, LI4, BL32, BL60) werden bewusst gemieden, sie können Uteruskontraktionen auslösen
  • Bauch sanft einbeziehen oder ganz meiden, je nach Wunsch und Phase
  • Gegen Ende: Entspannung als Vorbereitung auf die Geburt

Kontraindikationen

Stufe 1 – keine Massage, sofortige ärztliche Abklärung:

Diese Situationen sind zeitkritisch. Bei einer bestehenden oder vermuteten Thrombose kann eine Manipulation am Bein einen Thrombus lösen; ein publizierter Fallbericht beschreibt eine lebensbedrohliche Lungenembolie nach Beinmassage bei unerkannter tiefer Venenthrombose. Blutungen, Präeklampsie, HELLP-Syndrom und vorzeitige Wehen gehören unabhängig von einer Massage sofort ärztlich abgeklärt. Eine Massage würde die Abklärung nur verzögern.

  • Diagnostizierte Thrombose oder Thromboseverdacht
  • Vaginale Blutungen
  • Präeklampsie
  • HELLP-Syndrom
  • Frühwehen oder vorzeitige Wehen

Stufe 2 – erst nach geburtshilflicher Freigabe: – Plazenta praevia (Plazenta vor dem Muttermund) – Risikoschwangerschaft mit ärztlich angeordneter Schonung – Mehrlingsschwangerschaft mit Komplikationen

Stufe 3 – Regel dieser Praxis: – Bei hohem Fieber oder akuter Infektion wird nicht behandelt. Das ist eine allgemeine Massageregel, keine schwangerschaftsspezifische Kontraindikation.

Relative Kontraindikationen (erst ärztliche Rücksprache): – Risikoschwangerschaft mit ärztlich angeordneter Schonung – Gestationsdiabetes mit Komplikationen – Schwangerschaftsbluthochdruck – Vorausgegangene Fehlgeburten (vor allem im 1. Trimester) – Mehrlingsschwangerschaften mit Komplikationen

Welche Techniken geeignet sind

Eine gute Schwangerschaftsmassage kombiniert je nach Bedürfnis:

  • Sanfte, fliessende Streichungen zur Entspannung
  • Lymphdrainage-Elemente bei Wassereinlagerungen
  • Gezielte Lockerung verspannter Muskelpartien (Nacken, Rücken, Hüften)
  • Akupressur an schwangerschaftssicheren Punkten für Beschwerden wie Übelkeit (PC6), Verspannungen oder Schlafstörungen (HT7)

Nicht angemessen in der Schwangerschaft: – Sehr tiefe, harte Tiefengewebsmassage – Starke Dehnungstechniken – Massage der bereits erwähnten wehenfördernden Punkte – Ätherische Öle mit wehenfördernder Wirkung (Salbei, Rosmarin, bestimmte Zitrusöle hochdosiert)

Was in der Praxis Anzhelika Wyss anders ist

Anzhelika Wyss arbeitet integrativ, das heisst: Eine Schwangerschaftsmassage kombiniert klassische Massagetechniken mit Lymphdrainage und Akupressur-Elementen, individuell an die jeweilige Schwangerschaftsphase angepasst. Die Behandlung findet in Seitenlage statt (ab 20. SSW), mit speziellen Kissen für Komfort.

Die Praxis nimmt sich ausdrücklich Zeit für Anamnese, schon vorliegende Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, vergangene Schwangerschaften werden besprochen, bevor eine Behandlung beginnt.

Nach der Geburt: Was dann?

Frühestens 6 Wochen nach einer natürlichen Geburt, 8 Wochen nach Kaiserschnitt (jeweils nach ärztlicher Freigabe) können klassische Massagen wieder beginnen. Auch icoone® Mikrostimulation für die Rückbildung von Bauchhaut und Narbengewebe wird dann zur Option.


Preise

Massage 60 Min.: CHF 140 Massage 90 Min.: CHF 190

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Auch interessant: icoone® Narbenbehandlung nach der Geburt

Quellen

  • Field T. Pregnancy and labor massage therapy. Expert Rev Obstet Gynecol 2010;5(2):177-181.
  • RCOG Green-top Guideline No. 37a: Thrombosis and Embolism during Pregnancy and the Puerperium.
  • ACOG Practice Bulletin No. 222: Gestational Hypertension and Preeclampsia.
  • ACOG Practice Bulletin No. 234: Prediction and Prevention of Spontaneous Preterm Birth.
  • ACOG: Placenta Accreta Spectrum / Placenta Praevia (Management-Empfehlungen).
  • Die genannten Leitlinien betreffen die jeweilige Komplikation, nicht die Massage. Die Ableitung auf die Massagepraxis ist eine Vorsichtsregel dieser Praxis.

Ergebnisse können individuell variieren. Diese Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Schwangerschaftsbeschwerden immer zuerst die Frauenärztin oder Hebamme konsultieren.

Häufige Fragen

Darf ich im 1. Trimester eine Massage bekommen?

Für das erste Trimester ist die Studienlage begrenzt: Die vorliegenden Untersuchungen schlossen Frauen erst ab etwa der 12. Schwangerschaftswoche ein. Es gibt weder einen Nachweis für ein erhöhtes Risiko noch eine belastbare Freigabe. Diese Praxis bietet Schwangerschaftsmassagen deshalb aus Vorsicht ab der 13. Schwangerschaftswoche an. Bei Risikoschwangerschaft vor Behandlungsbeginn ärztliche Rücksprache.

Welche Akupressurpunkte sollten in der Schwangerschaft vermieden werden?

Als wehenfördernd gelten insbesondere SP6, LI4, BL32, BL60 und GB21. Diese Punkte werden in der Schwangerschaftsmassage bewusst gemieden.

Wie lange dauert eine Schwangerschaftsmassage?

60 oder 90 Minuten. Ab der 13. Schwangerschaftswoche wird meist die 90-Minuten-Variante empfohlen, damit genug Zeit für Lagerung, Anamnese und umfassende Behandlung bleibt.


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