16. April 2026 · icoone® & Hautästhetik

icoone® in der Schwangerschaft: Was möglich ist, und was nicht

Lesezeit: 6 Min.

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper stark. Schwere Beine, Wassereinlagerungen, spannende Haut am Bauch, an Brüsten und Hüften, und oft das Gefühl, ästhetisch «nichts machen zu dürfen». Pauschal stimmt das nicht: icoone® Mikrostimulation ist unter klaren Bedingungen auch in der Schwangerschaft möglich. Was sie dann leisten kann, wo sie nicht eingesetzt wird, und wann du die Finger davon lassen solltest.

Warum icoone® in der Schwangerschaft überhaupt ein Thema ist

Der Hersteller i-Tech Industries bewirbt icoone® ausdrücklich für Schwangerschaft und Wochenbett, mit Fokus auf typische Beschwerden wie Beinschwere, Wassereinlagerungen, Kapillarfragilität, Hautelastizität und Dehnungsstreifen-Prävention (icoone.com/en/treatments-aesthetic-body/pregnancy). Grundlage ist die Roboderm®-Technologie, die das Gewebe durch sanftes Vakuum und dreidimensionale Mikrostimulation aktiviert, ohne Wärme, Kälte oder Nadeln. Details zum Wirkprinzip findest du im icoone®-Pillar-Artikel.

Wichtig: Die Zulassung als Medizinprodukt ersetzt keine individuelle Abklärung. Jede Schwangerschaft ist anders, und die Freigabe durch die Gynäkologin oder Hebamme geht jeder Behandlungsentscheidung voraus.

Was icoone® in der Schwangerschaft bewirken kann

Drainage und Zirkulation. Die wahrscheinlich häufigste Indikation. Gerade im zweiten und dritten Trimester kommt es durch das höhere Blutvolumen, hormonelle Einflüsse und das wachsende Uterusgewicht zu Wassereinlagerungen in Beinen und Knöcheln. Die rhythmische Vakuum-Stimulation arbeitet in Fliessrichtung des Lymphsystems und kann helfen, das Gewebe zu entstauen. Das Ergebnis: weniger schwere Beine, oft bessere Schlafqualität.

Hautelastizität und Dehnungsstreifen-Prävention. Dehnungsstreifen entstehen, wenn das Bindegewebe unter schneller Dehnung reisst. Ob sie überhaupt auftreten, ist stark genetisch bestimmt, vorbeugen lässt sich also nur bedingt. Mechanische Stimulation kann die Durchblutung der Dermis und den Umbau von Kollagen und Elastin unterstützen; das ist für das allgemeine Prinzip mechanischer Hautstimulation dokumentiert (Humbert et al., Clinical Interventions in Aging 2015, Studie mit LPG-Mécano-Stimulation). Als Garantie gegen Dehnungsstreifen lässt sich das nicht formulieren.

Körperliches Wohlbefinden. Die sanfte Mikrostimulation wird von vielen als angenehm empfunden, vergleichbar mit einer Lymphdrainage, ohne Druck auf den Bauch. In einer Phase starker körperlicher Veränderung bringt das allein oft Erleichterung.

Ab wann, und mit welcher Abklärung

Der Hersteller i-Tech Industries macht auf der offiziellen Pregnancy-Seite keine präzise Schwangerschaftswoche als Mindestgrenze. Er verweist auf individuelle Anpassung und Absprache mit der Fachperson. Für nicht-invasive Wohlfühl- und Drainage-Behandlungen in der Schwangerschaft gelten in der Schweiz die allgemeinen Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) sowie des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV): vor jeder Behandlung Rücksprache mit Gynäkologin oder Hebamme, besondere Zurückhaltung im ersten Trimester, ab dem zweiten Trimester in der Regel möglich.

Vor der ersten Sitzung:

  • Rücksprache mit der Gynäkologin oder Hebamme
  • Ausführliche Anamnese in der Praxis: Schwangerschaftswoche, Vorerkrankungen, bisherige Schwangerschaften, aktuelle Beschwerden
  • Bei Risikoschwangerschaft: ärztliche Freigabe zwingend, nicht nur empfehlenswert

Welche Zonen behandelt werden, welche nicht

Behandelt werden können:

  • Beine und Füsse (Drainage, schwere Beine)
  • Oberschenkel seitlich und aussen (Dehnungsstreifen, Hautelastizität)
  • Oberarme
  • Rücken (Verspannungen, Hautpflege)

Nicht behandelt wird:

  • Bauchbereich. Während der gesamten Schwangerschaft tabu.
  • Brustbereich direkt über der Brust (Vorsichtsprinzip; in der Stillzeit ohnehin nicht)
  • Leistenregion und Innenseite der Oberschenkel oberhalb des Knies (wegen grosser Gefässe)

Der Ausschluss des Bauchs ist nicht verhandelbar. Weder Cellulite-Ziele an den Flanken noch Dehnungsstreifen-Behandlung am wachsenden Bauch rechtfertigen eine direkte Stimulation der Bauchwand in der Schwangerschaft. Dafür ist die Behandlung nach der Geburt da, siehe Rückbildung nach der Geburt.

Kontraindikationen

Absolut (keine Behandlung):

  • Diagnostizierte Risikoschwangerschaft ohne ärztliche Freigabe
  • Vaginale Blutungen, Frühwehen, Plazenta praevia
  • Thrombose oder Thromboseverdacht (auch Varikosis mit Komplikationen)
  • Präeklampsie, HELLP, Schwangerschaftsbluthochdruck
  • Akute Infektionen, hohes Fieber
  • Hautveränderungen im Behandlungsbereich (Ausschlag, offene Stellen)

Relativ (nur nach ärztlicher Rücksprache):

  • Vorausgegangene Fehlgeburten
  • Gestationsdiabetes mit Komplikationen
  • Ausgeprägte Varikosis ohne Komplikationen
  • Mehrlingsschwangerschaften

Was icoone® nicht kann, und nicht soll

Ehrliche Abgrenzung gehört dazu:

  • Kein Cellulite-Programm in der Schwangerschaft. Das Gewebe reagiert hormonell bedingt anders; Cellulite-Reduktion ist kein realistisches oder angemessenes Behandlungsziel vor der Geburt.
  • Keine Gewichtsreduktion. icoone® ist keine Fettreduktions-Behandlung. Die mechanische Mikrostimulation wirkt auf Haut, Bindegewebe und Lymphsystem, nicht auf Fettzellen.
  • Keine Garantie gegen Dehnungsstreifen. Präventive Unterstützung ja, Wunderlösung nein.

Was in der Praxis Anzhelika Wyss anders läuft

Anzhelika Wyss ist EMR-zertifizierte Therapeutin und hat in der Schweiz zu den wenigen offiziellen icoone®-Zentren Zugang. In der Schwangerschaft wird grundsätzlich in Seitenlage behandelt (ab ca. 20. SSW), mit speziellen Kissen. Die Anamnese vor der ersten Sitzung ist ausführlich; ohne ärztliche Freigabe wird bei unklarer Situation nicht gestartet.


Preise

Einzelsitzung 60 Min.: CHF 195 Empfohlene Kur (10 Sitzungen): CHF 175.50 pro Sitzung, Originalanzug inklusive, 12 Monate gültig

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Quellen

  • icoone® offizielle Pregnancy-Information: icoone.com/en/treatments-aesthetic-body/pregnancy
  • icoone® wissenschaftliche Studien: icoone.com/en/science
  • Humbert P, et al. Mécano-Stimulation™ of the skin… Clinical Interventions in Aging 2015;10:387 bis 403 (Studie mit LPG-Gerät, nicht icoone®; belegt das allgemeine Prinzip mechanischer Hautstimulation).
  • SGGG / SHV / pelvisuisse: Veränderungen am Beckenboden während Schwangerschaft und Geburt sowie im Wochenbett. 2022.
  • SGGG-Expertenbrief No 75: Der Beckenboden während Schwangerschaft, Geburt und postpartal.

Ergebnisse können individuell variieren. Diese Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Schwangerschaftsbeschwerden immer zuerst die Gynäkologin oder Hebamme konsultieren.

Häufige Fragen

Ab welcher Schwangerschaftswoche ist icoone® möglich?

Der Hersteller macht keine präzise SSW-Angabe. In der Schweizer Praxis wird analog zur Schwangerschaftsmassage im ersten Trimester Zurückhaltung geübt, ab dem zweiten Trimester ist die Behandlung nach gynäkologischer oder Hebammen-Freigabe in der Regel möglich. Bei Risikoschwangerschaft ist die ärztliche Freigabe immer Voraussetzung.

Darf der Bauch während der Schwangerschaft mit icoone® behandelt werden?

Nein. Der Bauchbereich bleibt während der gesamten Schwangerschaft von der Behandlung ausgeschlossen, auch für Dehnungsstreifen-Prävention. Die Behandlung des Bauchs ist frühestens nach abgeschlossener Wundheilung und ärztlicher Freigabe nach der Geburt möglich.

Hilft icoone® gegen schwere Beine in der Schwangerschaft?

Die Mikrostimulation arbeitet in Lymphrichtung und kann Wassereinlagerungen und Beinschwere lindern. Das ist eine der häufigsten Indikationen in der Schwangerschaft. Die Ergebnisse sind individuell.

Ist icoone® in der Stillzeit möglich?

Ja, grundsätzlich. Der Brustbereich selbst wird nicht behandelt. Für Bauch und Körper gilt: nach Abschluss der Wundheilung und ärztlicher Freigabe, gemäss SGGG- und Hebammen-Empfehlung in der Regel 6 bis 8 Wochen nach vaginaler Geburt, 8 bis 12 Wochen nach Kaiserschnitt. Details im Artikel zur Rückbildung nach der Geburt.


Weiterlesen

icoone® Pillar, Roboderm®-Technologie erklärt → · Schwangerschaftsmassage, ab wann → · Rückbildung nach der Geburt → · Dehnungsstreifen behandeln →

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